Verdächtiger Telefonanruf mit der Nummer 110
weitere Fälle in Amberg und Regensburg
10.07.2017 22:20 Uhr
Weiden in der Oberpfalz.
(UPDATE) Am Montag gegen 22:20 Uhr klingelte bei einer 68 Jährigen Frau aus dem Ortsteil Neunkirchen das Telefon, auf dem Display erschien die Telefonnummer 0961/110. Der unbekannte männliche Anrufer gab sich der 68 Jährigen gegenüber als Polizeibeamter aus. Er teilte ihr mit, dass in der Nachbarschaft eingebrochen worden war und der Täter flüchtig sei. Es soll nun der Schließzustand der Fenster und Türen überprüft werden. Wie die Polizei mitteilte wurde weder der Anruf von der Polizei getätigt, noch kam es in der Nachbarschaft zu dem besagten Einbruch. In der Vergangenheit kam es den Beamten zufolge im Bundesgebiet zu vergleichbaren Anrufen. Dabei erschienen nach dem Anruf angebliche Polizeibeamte und durchsuchten Wohnhäuser nach flüchtigen Einbrechern. Nachdem die falschen Polizeibeamten wieder weg waren, stellten die Opfer das Fehlen von Wertgegenständen fest. Die 68 Jährige reagierte vollkommen richtig und verständigte die Polizei. Zu einem weiteren Telefonanruf kam es nicht und es kam auch niemand bei der Frau vorbei.

Die Polizeiinspektion Weiden möchte diesen aktuellen Fall zum Anlass nehmen, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Immer wieder sind Betrüger unterwegs, die den Namen der Polizei für kriminelle Zwecke missbrauchen. Dabei nutzen sie gefälschte Dienstausweise, Versenden raffiniert gefälschte E-Mails oder bieten überteuerte und nutzlose telefonische Einbruchschutzberatung. Die Betrüger haben es vor allem auf eines abgesehen – das Geld ihrer Opfer. Mit falschen Dienstausweisen beispielsweise gelangen die
Kriminellen unter einem offiziellen Vorwand in die Wohnungen ihrer Opfer, um dort Schmuck und Bargeld zu stehlen oder fordern Bargeld unter den haarsträubendsten Begründungen.
Der neuste Trick der Betrüger ist ihre Opfer unter der Notrufnummer 110 anzurufen, um diese vor einem geplanten Diebstahl zu warnen. Die Bewohner erhalten den Tipp, das gesamte Bargeld im Haus zu sammeln, um es von einem Kriminalbeamten abholen und an einen "sicheren Ort" bringen zu lassen. Selbstverständlich versprechen sie, das Geld zurückzubringen, wenn die Gefahr gebannt ist. Durch diese Vorgehensweise haben die Betrüger laut Polizei schon fünfstellige Summen erbeutet.

Um sich vor den Trickbetrügern zu schützen, empfiehlt die Polizei einige Verhaltensweisen. Die Polizei betont, dass grundsätzlich niemand verpflichtet ist, jemanden unangemeldet in die eigene Wohnung zu lassen. Von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, immer den Dienstausweis zeigen zu lassen. Bei dem geringsten Zweifel die betroffene Behörde anrufen, dabei sollte man immer die Telefonnummer der Behörde selbst heraussuchen oder sich durch die Telefonauskunft geben lassen. In dieser Zeit den Besucher vor der abgesperrten Tür warten lassen. Am Telefon keine Details zu finanziellen Verhältnissen preisgeben und niemals Geld an unbekannte Personen übergeben.


1. UPDATE vom 12.07.2017 Stand 16:00 Uhr
Bei der Polizei gingen weitere Meldungen aus Amberg und Regensburg ein. Mehrere Personen aus Amberg wurden am Montag Abend von einer unbekannten Person angerufen. Hier kam dann wieder die übliche Masche zum Einsatz und es stellte sich ein angeblicher Polizist vor, der auf eine Festnahme eines Einbrechers hinwies. Bei genaueren Nachfragen legte der Unbekannte aber schnell auf. Vereinzelt erschien laut Polizei dabei wieder die 110 im Display des Telefons. Hierbei kam es zu keinem direkten Kontakt mit dem Betrüger.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sind bei der Polizei in Regensburg vier Fälle gemeldet worden. Dabei gelang es den bislang Unbekannten laut Polizei in zwei Fällen ihre perfiden Pläne umzusetzen und ergaunerten Geld und Wertgegenstände in Höhe eines fünfstelligen Eurobetrages. In der Nacht, ab etwa 23:00 Uhr, klingelte
bei mehreren Personen das Telefon und es stellten sich Polizeibeamte vor. Mindestens in zwei Fällen war im Telefondisplay als Rufnummer 0941/110 zu sehen. Dies ist den Tätern laut Polizei durch das sogenannte Call-ID-Spoofing möglich.

In zwei der bekannten Fälle haben sich die Täter von einer Frau einen hohen vierstelligen Eurobetrag aushändigen lassen und in einem anderen Fall Bargeld und andere Wertgegenstände im Wert eines niedrigen fünfstelligen Eurobetrages. Dabei haben die Anrufer nach bekannter Weise ein Szenario aufgebaut um ihre Glaubwürdigkeit zu untermauern. Die Kriminalpolizei Regensburg hat die Ermittlungen aufgenommen und verfolgt intensiv jeden Hinweis und Ermittlungsansatz.
Autor: (sk / pm) - zuletzt aktualisiert: 12.07.2017 17:20 Uhr
 

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